Unsere Geschichte

 

Gegründet wurde unsere Schwesternschaft 1899 als „Gemeinschafts - Schwesternhaus” in Borken bei Bartenstein / Ostpreußen durch Pfarrer Blazejewski.

 

Nach dem plötzlichen Tod Pfarrer Blazejewskis siedelten im November 1900 die Schwestern nach Vandsburg (Westpreußen) um. Dort übernahm Pfarrer Krawielitzki als Hausvater die Leitung des Schwesternhauses. Im Mai 1903 wurde Schwester Emilie Siekmeier Hausmutter in Vandsburg.

 

Die Schwesternschaft erhielt den Namen „Altvandsburg“, als Vandsburg 1920 unter polnische Hoheit kam und ca. 300 von den damals 450 Schwestern nach Elbingerode gingen, wo das Mutterhaus „Neuvandsburg“ entstand. Dort fanden die von ihrem Stammhaus Vandsburg abgetrennten Schwestern eine neue Heimat.

 

Mit dem Überfall auf Polen, dem Beginn des 2. Weltkrieges im September 1939, wurde Westpreußen und damit auch Vandsburg wieder deutsch. Damit taten sich erneut vielfältige Aufgaben in verschiedenen Häusern und Arbeitsbereichen auf.

 

Am 26. Januar 1945 kam der Räumungsbefehl, Vandsburg innerhalb von 20 Minuten verlassen zu müssen. Die in Vandsburg verbliebenen Schwestern mussten vor den russischen Truppen fliehen. In einem überfüllten Lazarettzug erreichten die Schwestern nach vielen Zwischenstationen Eberswalde bei Berlin. In Eberswalde trennten sich die Schwestern. Die eine Hälfte ging den Weg nach Marburg, die andere Hälfte schlug sich nach Elbingerode durch. Die Neuvandsburger Schwestern boten ihnen vorübergehende Unterkunft, bis eine erneute Flucht vor der russischen Besatzung im Juli 1945 nötig wurde.

 

Bei einer Lagebesprechung in Marburg wurde erwogen, die über 300 Schwestern aus Vandsburg in die übrigen Häuser des Werkes einzugliedern. Schwester Martha Volmer (Hausmutter von 1936-1974) intervenierte mit Erfolg für den Erhalt der Altvandsburger Schwesternschaft. Die Schwesternschaft Neuvandsburg stellte den Schwestern ihr Erholungsheim in Lemförde / Niedersachsen zur Verfügung.

 

Da dieses Haus noch Lazarett war, bekamen die Schwestern bis November 1946 Unterkunft im zum Teil zerstörten Amtshof.

 

Im November 1946 konnten die Schwestern in das ihnen inzwischen übereignete Haus umziehen und ein geordnetes Mutterhausleben beginnen. Schnell übernahmen die Schwestern neue Aufgaben. Bald waren mehr als 60 eigene Stationen besetzt, darunter die Krankenhäuser: Sulingen (1953) und Diepholz (1956).

 

Der Platz im Erholungsheim reichte für die inzwischen 336 Schwestern nicht mehr aus, am 20. Oktober 1961, dem 62. Gründungstag des Vandsburger-Werkes, fand die feierliche Einweihung des neuen Mutterhausgebäudes statt. Die Konzeption dieses Zentral-Gebäudes mit Kapelle ist ähnlich der Anlage in Vandsburg.

 

Auch das Motto der Schwesternschaft: „Jesus lebt! Jesus siegt!“ wurde in Form eines Sgraffitos an der Giebelfront der Kapelle angebracht. Seit einigen Jahren ist das Motto auch auf einem Stein vor dem Haupteingang des heutigen Mutterhausgebäudes zu lesen.